NGC

71   266   404   672   669   691
828   891   925

1023   1024   1058   1550   1161
1569   1589   1614   1875   1961

2146   2274   2366   2403   2444
2532   2535   2537   2672   2683
2685   2768   2832   2841   2857
2859

3079   3162   3198   3227   3239
3310   3367   3395   3432   3448
3593   3631   3656   3705   3718
3769

NGC 2535 — Arp 82
Cancer

Das Paar wechselwirkender Galaxien, das mit Arp 82 klassifiziert wird, war Gegenstand mehrerer aktueller Studien, die die scheinbar mehrstufige Aktivität im Laufe Ihrer Interaktion untersuchten. Aus der ursprünglichen Typisierung von NGC 2535 und NGC 2536 folgt ein ähnliches Alter von 4.8 Mrd. Jahren, und zu Anfang ihrer Existenz zeigten beide Spiralsysteme die typische "starburst" Aktivität in den Spiralarmen. Diese Entwicklung lässt mit zunehmenden Alter ab, so dass sich differenzierte Populationsmerkmale herausbilden. Vor etwa zwei Mrd. Jahren kam es laut Modellrechungen zu engen Begegnung der beiden Galaxien. Das Ergebnis der Wechselwirkung ist eine Materiebrücke zwischen den beiden Komponenten und ein Gezeitenschweif, der diametral zur Verbindungslinie ansetzt. In einem ringförmigen Bereich, den die verformten Spiralarme bildeten, wurden großräumige Schockwellen induziert, die zu den heute noch sichtbaren, hellen Spots erhöhter Sternentstehung führten - das Alter der Sterne liegt hier zwischen 2 Mio. und 2 Mrd. Jahren, es fehlen also alte Sterne.

Nach dieser ersten aktiven Phase kam es vor "kurzem" (3-4 Mio. Jahre) zu einer weiteren Passage der beiden Galaxien, die ihrerseits wieder zu Sternentstehungsgebieten führte. Jeder dieser Phase hinterließ also eine spezifische Signatur in der Altersverteilung der Sternpopulationen. Interessant ist der Umstand, dass es in diesem System nicht zu einer gleichförmigen Sternentstehung kam, sondern dass man eher ein "arrested development" beobachtet, d.h. dass zwischen den getriggerten, aktiven Phasen eine Sternentstehung blockiert war und somit die Populationen gut den aktiven Phasen zugeordnet werden können. Eine detaillierte Analyse dieser "population synthesis models" findet man bei Mark Hancock et al. (2007, AJ 133).

Vielleicht könnte dieser "Entwicklungsdämpfer" damit zusammenhängen, dass sich großflächige Schockwellen in den Außenbereichen ausgebildet haben, die notwendiges Material für die Sternentstehung abtransportierten. Als einen Hinweis 5 auf deren Existenz sehe ich den 120° Knick, der im unteren Spiralarm von NGC 2535 zu beobachten ist, ein zweiter lässt sich weiter innen liegend vermuten. Diese Knicke gehören zu Vorontsov-Velyaminov Reihen, die man in Spirqalgalaxien beobachten kann und die auf umlaufende Dichtewellen zurückgehen. Mehr Infos zu den Arp 82 Beobachtungen des "Faulkes Telescopes Projects" findet man unter http://faulkes-telescope.com/news/1339 "A New Lease of a Life for an Old Galaxy".

Zur besseren Orientierung hier noch ein paar Werte: NGC  2535 ist knapp 15mag hell, und wird als SB(rs)c pec typisiert, der Begleiter NGC 2536 ist mit SA(r)c pec beschrieben. Der Abstand der beiden Galaxien liegt bei ca. 1 Bogenminute, was etwa einer Distanz von 16kpc entspricht. Auffallend auf der Aufnahme des gesamten Bildfeldes ist die schöne Gruppe oben rechts mit der egde-on Galaxie UGC 4257 und der face-on Spirale PGC 22916.

Hypergraph 350/3007, STL-11000M, (Auschnitt, Norden unten, Osten rechts)
L: 110min (1x1), sehr gutes Seeing 1.4"..1.6", R:30min, G:30min, B:30min (2x2, SBIG Filter)
Rimbach, 15.2/16.2.2006
NGC 2535
Gesamtbild STL-11000M
NGC 2535