NGC

71   266   404   672   669   691
828   891   925

1023   1024   1058   1550   1161
1569   1589   1614   1875   1961

2146   2274   2366   2403   2444
2532   2535   2537   2672   2683
2685   2768   2832   2841   2857
2859

3079   3162   3198   3227   3239
3310   3367   3395   3432   3448
3593   3631   3656   3705   3718
3769

NGC 3227 — Arp 94
Leo

Die Aufnahme zeigt das wechselwirkende Galaxienpaar NGC  3227 und NGC  3226, das auch als Arp 94 klassifiziert ist. Ich möchte gerne auf die wenig auffällige elliptische Zwerggalaxie NGC  3226 hinweisen, die vom Röntgensatelliten XMM-Newton beobachtet wurde und über die P.Gondoin et al. 2004 berichteten (NNRAS). Im niederenergetischen Spektralbereich zeigt die Kernemission ein typisches Powerlaw Kontinuum (Koeffizient 1.96), das weitgehend durch die Absorption durch neutrales Gas mit einer Überdeckung von 85% erklärt werden kann. Eine bessere Modellierung der Energiespektrums erreicht man durch ein Bremsstrahlungsmodell im Zusammenhang mit der Röntgenemission einer advektions-dominierten Akkretion (Der Gasstrom hat eine hohe Temperartur und eine geringe Dichte, d.h. die Kühlung durch Abstrahlung ist wenig effizient, Narayan u. Yi (1994)). Da man außerdem keine zeitliche Variabilität der Röntgenstrahlung beobachtet, liegt der Schluß nahe, dass die Emissionsregion in weiterer Entfernung vom Kern, im Bereich der konvektions-dominierten Akkretion liegt.

Mit den abgeleiten Modellgrößen, u.a. einer Zentralmasse von 1.7-50*10^7 Sonnenmassen, kann man schließen, dass sich NGC 3226 in einem sub-Eddington Zustand befindet, der auf eine "ineffiziente" Akkretion und einen langsamen Akkretionsfluß hinweist.

Diese hier benutzten Begriffe der Akkretionsphysik sind für die Beschreibung der Mechanismen für das gravitativ induzierte Aufsammeln von Materie wichtig. Die Gravitationsenergie, die bei der Akkretion frei wird, kann von der Quelle über den gesamte Spektralbereich wieder abgestrahlt werden. Die als Grenzgröße dienende Eddington Leuchtkraft gewichtet die Strahlunsleistung und Akkretionsstärke, definiert ist sie durch das Gleichgewicht von nach außem gerichteten Strahlungsdruck und gegenläufigem Gravitationsdruck eines Volumenelementes. Bei einer Röntgenquelle überhalb des Eddington Limits dominiert der Strahlungsdruck, der mitunter sogar die Akkretion stoppen kann. Im Vergleich dazu strahlt eine sub-Eddington Quelle weniger stark, allerdings muß man bei den Modellbetrachtungen auch immer die Geometrie, insbesondere auch das Auftreten von Jets, mit berücksichtigen.

Hypergraph 350/3060, ST10-XME, AO7
L: 190min, Astronomik IR-Cut Filter, gutes Seeing im Bereich 2.5", mittl. Transparenz, böiger Wind
Rimbach, 19./20.03.2006
NGC 3227
Invertierte und kontrastverstärkte Darstellung der Gezeitenschweife
NGC 3227