NGC

4015   4017   4064   4088   4278
4293    4350   4435   4490   4618
4631    4656

5218   5311   5364   5371   5474
5614   5754   5907   5930   5982

6015   6166   6217   6285   6329
6372   6764   6814   6824   6928
6946

NGC 4015 —  Arp 138
Leo

Bei der Betrachtung von großräumigen Strukturen im Universum fällt auf, dass die leuchtende Materie in großen Galaxienclustern konzentriert ist, die oft über räumliche Brücken, sog. "voids" miteinander verbunden sind. Ein Überblick im Bereich einiger hundert Millionen Lichtjahre zeigt die Grafik: ttp://www.atlasoftheuniverse.com/nearsc.gif

Um Gx-Haufen zu identifizieren, gibt es mehrere Ansätze, die auf verschiedene Art und Weise die ähnliche Helligkeit und die räumliche Kompaktheit der Haufenmitglieder nutzen. G.O.Abell (1958, ApJS 3) benutzte ein fixe Haufengröße und bestimmt die Dichte innerhalb einer Radiusnorm, F.Zwicky (1961 Catalog of Galaxies and Clusters) variierte die Größe und zählte die Gx innerhalb einer fixen Isoplethe. Ein mit ca.2000 Gx "reicher" Cluster ist der Virgo-Cluster, der in einer Entfernung von 15-20MPc liegt und "hinter" dem, d.h. in gleicher Raumrichtung aber mit 90-100 MPc Abstand, der Coma-Supercluster anschließt. Dieser wird maßgeblich durch die zwei Cluster Abell1367 (Leo cluster) und Abell1656 (Coma cluster) aufgebaut, die miteinader verbunden sind. Beide Cluster sind etwa einen Faktor 2 kleiner als der Virgo-Haufen, Abell1656 ist konzentriert (binärer RS-Typ, 2 cD-Gx im Zentrum) und Abell1367 zeigt einen weniger sphärischen, sondern eher gestreckten und abgeflachten Aufbau (Schema nach Rood und Sastry, http://de.wikipedia.org/wiki/Galaxienhaufen#Klassifizierung_von_Galaxienhaufen).

Die Galaxien, die auf der unten gezeigten Aufnahme zu sehen sind, liegen im Entfernungsbereich von 50..75MPc entlang der Brücke zwischen dem Virgo- zum Coma-Cluster. Interessant ist dabei die von G.Gavazzi et al. (2006, AA 449, 929) bei der Analyse von HI-Beobachtungen gemachte Entdeckung, dass beim Coma-Cluster innerhalb eines Radius' von 2-3MPc (Virialradius) deutlich weniger HI-Emission auftritt - verbunden mit einem Mangel an gasreichen Gx, wie etwa S- oder Irr-Typen. Dies entspricht der "typischen Typen-Verteilung" in reichen Clustern, bei der gas- und staubreiche elliptische und lentikulare Typen im Zentrum und die S/Irr's in den Außenbereichen - also auch häufig in dieser erwähnten Cluster-Verbindung - liegen.

Auffällig in der Aufnahme ist eine schöne 4er Gruppe links unterhalb der Zentrums (v.l.n.r) mit NGC3987 (Sb), NGC3989(Sbc, 0,4'), NGC3993 (Sb) und NGC3997 (SBb pec). letztere zeigt Anzeichen eines Merges mit sichtbaren Gezeitenschweifen und einer bläulicheren Färbung. Am oberen rechten (süd-östlichen) Bildrand findet man ein weiteres, vermeintlich wechselwirkendes Gx-Paar. Es handelt sich um Arp138 (NGC4015A/B), das aus einer E- und S-Gx gebildet wird, deren Winkelabstand mit 0.4' auf einen projizierten Abstand von 7kpc schließen lässt. Allerding erlaubt die Dispersion der Rotverschiebungen und die Fehlergrenzen einen realen Abstand von 500kpc und somit eine zu erwartende "friedliche" Koexistenz.

Hypergraph 350/3060, STL-11000M, AO-L (50% Darstellung, Norden unten, Osten rechts)
L: 240min (1x1), gutes - mäßiges Seeing 2.0"..2.5",
R:50min, G:50min, B:50min (2x2, SBIG Filter), hohe Wolken
Rimbach, 18.4./19.4.2007
NGC 4015