NGC

4015   4017   4064   4088   4278
4293    4350   4435   4490   4618
4631    4656

5218   5311   5364   5371   5474
5614   5754   5907   5930   5982

6015   6166   6217   6285   6329
6372   6764   6814   6824   6928
6946

NGC 5614 — Arp 178
Bootes

Die pekuliäre SA(r)ab Galaxie NGC 5614 wird aufgrund ihrer Morphologie zu den Ring-Galaxien gezählt. In der Aufnahme ist der etwa 1' große Ring leider überbelichtet, so dass nur wenige Strukturen erkennbar sind. Wie bei anderen meiner Aufnahmen schon beschrieben, entstehen Ring-Galaxien durch das fast senkrechte zur Hauptebene erfolgende Durchstoßen einer Galaxie durch einen kleinen, meist kompakten Stoßpartner. Dieser Stoßpartner ist NGC 5615 und man erkennt ihn als Aufhellung am Ansatz des Gezeitenschweifes. In den zugehörigen Modellbeschreibungen erfolgt der Durchstoß durch eine Punktmasse, die sich zuvor in einem elliptischen Orbit um NGC 5614 bewegte. Das Kollisionsmodell benutzt die auftretende dynamische Reibung und den Massenaustausch der Stoßpartner, um die Ring-Morphologie zu erklären.

Man hat festgestellt, dass im Fall von NGC 5614/15 derartige Kollisionsmodelle eine fehlerhafte Beschreibung bzgl. der gemessenen Rotationsgeschwindigkeiten liefert (M.Capaccioli 1985). Erweitert man dieses Modell um eine Gezeitenwechselwirkung, d.h. benutzt man ausgedehnte Massen, so erhält man eine sehr gute Übereinstimmung mit den gemessenen kinematischen Daten. Vor allem kann man bei dieser "ring-tail-galaxy" den prominenten Gezeitenschweif gut modellieren. Knapp 1.5' unterhalb der Ringalaxie NGC 5614 findet man die (mehr als doppelt so weit entfernte) Galaxie NGC 5613, die mit (R)SAB(r) auch als Ring-Galaxie klassifiziert ist. Der SDSS zeigt beide Objekte mit vielen weiteren Details.

Modifiziertes C11 f/5, ST10-XME AO7, GEG-Achromat als Shapley-Linse
L:45min, Astronomik IR-Cut Filter, gutes Seeing, Dunst und störendes Mondlicht
Rimbach, 2.6.2006
NGC  5614